Hand füllt in einer Küche ein Glas mit Leitungswasser, daneben Heizkörper und Wasserkocher, draußen Wohnhäuser in der Abenddämmerung
Wasser aus dem Hahn, Wärme aus dem Heizkörper, Strom aus der Steckdose: In Hildesheim kommt das meist von einem Unternehmen.

Wem die EVI gehört

Die EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG sitzt am Römerring 1 und liefert Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. 74,8 Prozent hält die Stadtwerke Hildesheim AG, und die gehört laut Beteiligungsbericht 2026 zu 100 Prozent der Stadt. Ebenfalls beteiligt ist die Thüga AG als Kommanditistin, sie stellt zwei Mitglieder des Beirats. Dessen Vorsitz hat Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

74,8 %
Anteil der Stadtwerke Hildesheim
2027
Grundversorgerin bis Jahresende
30,60 ct
pro kWh Strom in der Grundversorgung
3,2 °dH
Wasserhärte, Bereich weich

Zum Konzern der Stadtwerke gehören außerdem der Stadtverkehr SVHI und das Wasserparadies. Die EVI betreibt im Stadtgebiet auch die Strom- und Gasnetze, auf evi-netz.de veröffentlicht sie die Netzentgelte. Die Aufsicht über den Netzbetrieb liegt bei der Regulierungskammer Niedersachsen. Eigenen Strom und Wärme erzeugt die EVI unter anderem im Holzheizkraftwerk und in der Wasserkraftanlage Johanniswehr an der Innerste, die nach Unternehmensangaben bis zu einer Million Kilowattstunden im Jahr liefert.

Grundversorgung oder Sondervertrag

Grundversorger ist nach § 36 EnWG das Unternehmen, das in einem Netzgebiet die meisten Haushalte beliefert. Festgestellt wird das alle drei Jahre zum 1. Juli. Für Strom und Gas im Stadtgebiet Hildesheim hat der Netzbetreiber am 1. Juli 2024 die EVI bestimmt, für die Jahre 2025 bis 2027. Beim Strom ist die EVI außerdem Grundversorgerin in Bad Salzdetfurth.

Der Grundversorgungsvertrag entsteht ohne Unterschrift, einfach durch den Verbrauch. Er ist für dich jederzeit mit zwei Wochen Frist kündbar (§ 20 StromGVV). Preiserhöhungen muss der Grundversorger sechs Wochen vorher öffentlich bekannt geben und dir schreiben, du kannst dann ohne Frist zum Tag der Änderung kündigen (§ 5 StromGVV).

Jeder andere Vertrag ist ein Sondervertrag - auch die Tarife, die die EVI selbst anbietet, etwa HI+ mit 24 Monaten Preisgarantie oder der dynamische Tarif. Für Sonderverträge gelten andere Regeln:

Grundversorgung Sondervertrag Ersatzversorgung
Entsteht durchVerbrauch ohne VertragVertragsabschlussAusfall des Lieferanten
Kündigung durch dich2 Wochennach Erstlaufzeit max. 1 Monatendet nach max. 3 Monaten
Laufzeitunbefristethöchstens 2 Jahrehöchstens 3 Monate
Vorlauf bei Preiserhöhung6 Wochen1 Monat-
Strompreis EVI (brutto)30,60 ct + 144 €/Jahrje nach Tarif34,64 ct + 144 €/Jahr

Regeln laut StromGVV, § 41 EnWG und Bundesnetzagentur; die Monatsfrist gilt für Verträge ab dem 1. März 2022. Preise laut EVI-Preisblättern, Stand Juli 2026.

Die Ersatzversorgung ist eine Notlösung: Geht ein Lieferant pleite, springt die EVI ein, für höchstens drei Monate (§ 38 EnWG). Danach landest du automatisch in der Grundversorgung. Teurer darf die Ersatzversorgung sein, und sie ist es auch: 4,04 Cent mehr pro Kilowattstunde.

Ein Wechsel kostet nichts, und seit 2026 muss der technische Wechsel an jedem Werktag binnen 24 Stunden möglich sein (§ 20a EnWG). Das Netz bleibt dabei dasselbe - auch wer Strom von einem anderen Anbieter kauft, zahlt über dessen Preis die Netzentgelte der EVI.

Was im Strompreis steckt

Die EVI muss im Preisblatt der Grundversorgung aufschlüsseln, woraus sich der Arbeitspreis zusammensetzt. Daran lässt sich ablesen, wie viel davon überhaupt im Wettbewerb steht:

Bestandteil Cent pro kWh netto Anteil
Stromsteuer2,0508 %
Konzessionsabgabe an die Stadt1,5906 %
Umlagen (KWKG, § 19 StromNEV, Offshore)2,94611 %
Netzentgelt EVI4,90019 %
Energie, Vertrieb, Service der EVI14,22755 %
Arbeitspreis netto25,713100 %

Grundversorgung Strom, Stadtgebiet Hildesheim, gültig seit 1. März 2026. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer ergeben sich 30,60 Cent brutto. Anteile gerundet, eigene Berechnung.

Etwas mehr als die Hälfte des Arbeitspreises ist also der Teil, den ein Lieferant selbst gestaltet. Steuern, Umlagen und Netzentgelt zahlt jeder Haushalt im Stadtgebiet, egal bei wem er Strom kauft. Beim Grundpreis ist es umgekehrt: Von 121,01 Euro netto entfallen 81,09 Euro auf Netz und Messung, nur 39,92 Euro auf die EVI als Lieferantin.

Am 1. März 2026 hat die EVI den Tarif umgebaut: Der Arbeitspreis sank von 35,07 auf 30,60 Cent, der Grundpreis stieg von 111,59 auf 144 Euro im Jahr. Was das in Euro bedeutet:

Jahresverbrauch bis Februar 2026 seit März 2026 Unterschied
1.500 kWh637,64 €603,00 €- 34,64 €
2.500 kWh988,34 €909,00 €- 79,34 €
4.000 kWh1.514,39 €1.368,00 €- 146,39 €

Jahreskosten brutto in der Grundversorgung Strom der EVI, eigene Berechnung aus den Preisblättern.

Je mehr Strom ein Haushalt braucht, desto mehr hat er von der Umstellung. Die Grenze liegt bei rund 725 Kilowattstunden im Jahr: Wer weniger verbraucht, etwa in einer Zweitwohnung, zahlt seit März mehr als vorher, weil der höhere Grundpreis die Ersparnis übersteigt. Für 2027 hat die EVI am 15. Oktober 2026 vorläufige neue Netzentgelte veröffentlicht - ob sich der Endpreis ändert, steht damit noch nicht fest.

Gas und Fernwärme

Erdgas

Auch beim Gas ist die EVI im Stadtgebiet Grundversorgerin. Das Preisblatt ab 1. Juli 2026 hat zwei Stufen: Bis 10.000 Kilowattstunden im Jahr kostet die Kilowattstunde 12,99 Cent bei 99,10 Euro Grundpreis, darüber 11,84 Cent bei 214,14 Euro. Die Stufen gehen fast nahtlos ineinander über - bei genau 10.000 Kilowattstunden liegen beide bei rund 1.398 Euro. Der CO₂-Preis steckt im Arbeitspreis und wird seit 2026 nicht mehr extra ausgewiesen. Eine Wohnung mit 8.000 Kilowattstunden kommt so auf 1.138,30 Euro im Jahr, ein Haus mit 15.000 Kilowattstunden auf 1.990,14 Euro.

Fernwärme

Seit 2011 baut die EVI ihr Fernwärmenetz aus. Den größten Teil der Wärme liefert das Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk am Römerring, dazu kommen Anlagen an der Speicherstraße, an der Ehrlicherstraße in Drispenstedt, an der Pappelallee im Moritzberg und am Galgenbergsfeld. An der Bördestraße entsteht eine weitere. Kleinere Nahwärmenetze, die noch mit Gas laufen, sollen mittelfristig ans Fernwärmenetz angebunden werden.

Für das Netz Innenstadt gilt seit dem 1. April 2026 eine Preisregelung mit vier Tarifzonen nach Anschlussleistung. In der kleinsten Zone bis 24 Kilowatt kostet die Kilowattstunde 9,04 Cent brutto, dazu kommt ein Jahresgrundpreis von 111,96 Euro pro bestelltem Kilowatt. Angepasst wird jeweils zum 1. Januar nach einer Formel, in die unter anderem Löhne, Holz-, Gas- und CO₂-Preise einfließen. Nach § 24 AVBFernwärmeV muss eine solche Klausel die Kosten der Erzeugung und die Lage am Wärmemarkt abbilden, die Verträge laufen derzeit über zwölf Monate.

Die Anschlussleistung entscheidet mit

Ein Haus mit 12 Kilowatt Anschlussleistung und 18.000 Kilowattstunden Verbrauch zahlt 1.627,20 Euro für die Wärme und 1.343,52 Euro Grundpreis, mit Zählermiete zusammen 3.014,05 Euro. Fast die Hälfte hängt also an der bestellten Leistung, nicht am Verbrauch. Wer anschließt, sollte die Leistung deshalb von einer Fachplanung berechnen lassen statt großzügig zu schätzen - mehr zur Energieberatung bei ökologisch bauen und wohnen.

Trinkwasser und Abwasser

Beim Wasser gibt es keine Wahl: Die EVI versorgt das Stadtgebiet einschließlich Einum, Achtum, Uppen, Bavenstedt, Sorsum, Neuhof und Marienrode. Es ist ein Mix aus der Söse- und der Granetalsperre im Harz, an der Harzwasserwerke GmbH halten die Stadtwerke Hildesheim 3,67 Prozent. Mit einer Gesamthärte von 3,2 °dH liegt das Wasser im Härtebereich weich, Waschmittel kannst du entsprechend sparsam dosieren.

Laut Preisblatt ab 1. Januar 2026 kostet der Kubikmeter 2,61 Euro brutto. Darin stecken 17 Cent Wasserentnahmegebühr, die an das Land Niedersachsen gehen. Der Grundpreis für einen normalen Hauswasserzähler liegt bei 68,94 Euro im Jahr. Dazu kommt die Abwassergebühr der Stadtentwässerung von 2,83 Euro pro Kubikmeter, die die EVI gleich mit abrechnet.

Für 100 Kubikmeter im Jahr sind das 329,94 Euro Trinkwasser und 283 Euro Abwasser, zusammen 612,94 Euro. Pro Kubikmeter ist das Abwasser damit teurer als das Trinkwasser. In Mehrfamilienhäusern kommt die Rechnung meist beim Vermieter an und landet über die Nebenkosten bei dir.

Umzug, Kundencenter, Störung

Seit Juni 2025 nimmt die EVI Anmeldungen nur noch mit einem Datum in der Zukunft an, mindestens drei Werktage vor dem Einzug. Rückwirkend geht nichts mehr. Wer auszieht, kündigt mit 14 Tagen Frist und meldet die Zählerstände der Übergabe binnen sieben Tagen. Am sichersten ist ein Übergabeprotokoll mit Zählernummer und Zählerstand - was beim Umzug sonst noch ansteht, steht bei Wohnung mieten in Hildesheim.

Kundencenter im Almstor

Almsstraße 27
Mo, Di, Do 9 bis 16.30 Uhr
Mi und Fr 9 bis 13 Uhr

Kundenservice

05121 508-333
Mo bis Fr 8 bis 18 Uhr
Sa 9 bis 16 Uhr

Störung, rund um die Uhr

Strom und Wärme: 05121 508-300
Erdgas und Wasser: 05121 508-301

Bei Gasgeruch gilt die Reihenfolge Fenster auf, kein Schalter, raus, dann von draußen anrufen - ausführlich bei den Notdiensten in Hildesheim.

Wer eine Rechnung nicht zahlen kann, sollte nicht auf die Sperrankündigung warten. Nach einer Sperrankündigung kann die EVI laut eigenen Angaben nach acht Tagen abstellen. In der Grundversorgung kannst du vorher eine Abwendungsvereinbarung verlangen, die EVI muss sie dann binnen einer Woche anbieten, spätestens mit der Sperrankündigung: zinsfreie Monatsraten über sechs bis 18 Monate, bei Rückständen über 300 Euro über zwölf bis 24 Monate. Nimmst du das Angebot vor der Sperre in Textform an, darf nicht gesperrt werden (§ 41g EnWG).

Stand: Oktober 2026. Preise laut EVI-Preisblättern für Strom und Gas (Juli 2026), Wasser (Januar 2026) und Fernwärme Innenstadt (April 2026).