Das Repair-Café
Das Repair-Café der Volkshochschule ist die zentrale Adresse für defekte Technik in der Region. Es findet jeden ersten Dienstag im Monat statt, in Sarstedt nördlich von Hildesheim.
Repair-Café der VHS
Wellweg 39, Sarstedt
Jeden 1. Dienstag im Monat, 16 bis 18 Uhr
Reparatur gegen freie Spende
Kontakt: Günther Egbers, Telefon 05121 9361-471 (mit Anrufbeantworter)
repair-cafe@vhs-hildesheim.de
Repariert werden elektrische und mechanische Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, außerdem Fahrräder, Spielzeug und Kleinmöbel. Während der Wartezeit gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen - das gehört zum Konzept, weil Reparaturen dauern.
Ein zweiter Besuch ist keine Seltenheit: Manchmal muss erst ein Ersatzteil bestellt werden. Wer das einplant, geht seltener enttäuscht nach Hause - und bringt beim zweiten Mal am besten gleich die Bestellnummer mit.
Stand August 2026. Termine und Ansprechpartner ehrenamtlich getragener Angebote ändern sich - vor der Fahrt kurz anrufen oder mailen.
Nähen und Ausbessern im Faserwerk
Für Textilien gibt es eine eigene Adresse mitten in der Stadt: das Faserwerk am Ottoplatz, ein Projekt der Kulturfabrik Löseke. Zweimal in der Woche steht dort eine offene Nähwerkstatt bereit.
Faserwerk
Ottostraße 77, 31137 Hildesheim
Offene Nähwerkstatt montags und donnerstags 15 bis 19 Uhr
kontakt (at) faserwerk.info
Wichtig ist die Abgrenzung, die das Faserwerk selbst zieht: Es ist keine Änderungsschneiderei. Geholfen wird dabei, selbst zu nähen, zu reparieren oder auszubessern - Anfängerinnen und Anfänger ausdrücklich eingeschlossen. Wer den Reißverschluss abgeben und abholen möchte, ist dort falsch.
Daneben gibt es Siebdruck, ein Fotolabor, Arbeitsplätze zum Mitbenutzen, einen Kreativ-Laden und Kurse zu Nähen, Siebdruck, Fotografie, Buchbinden und Nachhaltigkeit.
Das Prinzip dahinter
Beide Angebote arbeiten nach demselben Muster: gemeinschaftlich organisierte Hilfe zur Selbsthilfe. Das ist kein Kleingedrucktes, sondern der Kern - die Ehrenamtlichen reparieren nicht anstelle der Besucher, sondern mit ihnen.
Mitmachen
Dabeibleiben und selbst Hand anlegen gehört dazu
Freie Spende
Kein Festpreis, aber die Kasse trägt Material und Werkzeug
Zeit mitbringen
Zwei Stunden Öffnung, mehrere Geräte, eine Warteschlange
Vorher prüfen
Kabel, Sicherung, Stecker - manches erledigt sich zu Hause
Was nicht geht: Geräte mit Wasseranschluss und fest verbaute Elektrik, Sicherheitsrelevantes und alles, was den zeitlichen Rahmen sprengt. Im Zweifel vorher fragen, statt die Waschmaschine über den Hof zu wuchten.
Ersatzteile und Recht auf Reparatur
Der häufigste Grund, warum eine Reparatur scheitert, ist kein handwerklicher - es fehlt das Teil. Hier hat sich die Rechtslage zugunsten der Verbraucher verschoben: Seit März 2021 dürfen Hersteller von Fernsehern, Kühlschränken, Spül- und Waschmaschinen solche Geräte nur noch verkaufen, wenn sie Ersatzteile und Reparaturanleitungen vorhalten. Je nach Produktgruppe gilt das sieben bis zehn Jahre, gerechnet ab dem letzten verkauften Exemplar eines Modells - bei Fernsehern sieben, bei Waschmaschinen zehn Jahre. Geliefert werden muss binnen 15 Arbeitstagen, und die Teile müssen sich mit allgemein verfügbarem Werkzeug tauschen lassen, ohne das Gerät dauerhaft zu beschädigen.
Praktisch heißt das: Vor dem Neukauf lohnt die Suche nach der Modell- und Typennummer - meist auf einem Aufkleber an der Rückseite oder im Batteriefach. Mit dieser Nummer findet man Ersatzteile oft in Minuten, und das Repair-Café kann damit deutlich mehr anfangen als mit „so ein weißer Toaster".
Bei Elektrogeräten, die sich nicht mehr retten lassen: Sie gehören nicht in den Restmüll. Annahme und Rückgabe stehen auf der Seite zu Müll und Abfall, samt Wertstoffhof und Schadstoffannahme.
Was sich lohnt
Nicht jede Reparatur ist sinnvoll, und die ehrlichen Repair-Cafés sagen das auch. Als grobe Orientierung:
Fast immer lohnend
Kabelbruch, defekter Schalter, verstopfte Düsen, lose Lötstellen, klemmende Mechanik, gerissene Nähte und kaputte Reißverschlüsse.
Oft lohnend
Akkuwechsel bei Werkzeug und Staubsaugern, Fahrradbremsen und -schaltung, Lampenfassungen, Kleinmöbel mit ausgerissenen Verbindungen.
Selten lohnend
Verklebte Geräte ohne Schrauben, Displays bei älteren Smartphones, Elektronik mit Wasserschaden und alles, wofür es keine Teile mehr gibt.
Und der Punkt, den man vor dem Weg zum Repair-Café klären kann: Steht das Gerät noch in der Gewährleistung, gehört es zum Händler, nicht auf die Werkbank - eine geöffnete Schraube kann Ansprüche kosten.
Weiterführende Links & Quellen
Repair-Café der VHS
Termin, Ort, Ansprechpartner und was repariert wird
Faserwerk
Offene Nähwerkstatt, Siebdruck, Fotolabor und Kurse
Repair Café weltweit
Die Bewegung dahinter, mit Suche nach weiteren Standorten
VHS Hildesheim
Träger des Repair-Cafés, mit Kursprogramm
Ökodesign und Reparierbarkeit
Umweltbundesamt zu Ersatzteilpflicht und Fristen
Kulturfabrik Löseke
Trägerin des Faserwerks am Ottoplatz
Die Typennummer entscheidet
Wer ein defektes Gerät mitbringt, sollte vorher den Aufkleber mit Modell- und Typennummer abfotografieren. Damit lässt sich in wenigen Minuten klären, ob es Ersatzteile gibt - und ob sich der Abend lohnt.
Beim Textilen ist es einfacher: Reißverschluss, Naht und Loch bekommt man im Faserwerk montags und donnerstags selbst hin, mit Anleitung und ohne Vorkenntnisse.