Über die Initiative

Die Bürgerinitiative Baumschutz Hildesheim entstand aus der Sorge engagierter Bürger um den Hildesheimer Baumbestand. Auslöser waren massive Fällaktionen in den Stadtwäldern, insbesondere am Steinberg, die seit den späten 1990er Jahren stark zunahmen. Seitdem dokumentiert die Initiative Naturzerstörung, organisiert Führungen zu bedrohten Bäumen und macht mit Petitionen und Protestaktionen auf die Problematik aufmerksam.

„Alte Bäume sind Weltmeister im Klima- und Artenschutz. Sie schützen uns. Warum schützen wir sie nicht?"

Die Initiative ist parteiunabhängig und erhält keine Zuwendungen. Sie arbeitet ehrenamtlich und vernetzt sich mit anderen Naturschutzgruppen wie dem BUND, NABU, Extinction Rebellion und der bundesweiten BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS).

2008
Gründungsjahr
15+
Jahre Engagement
1.200+
Petitionsunterschriften

Themen und Schwerpunkte

Die Baumschutz-Initiative beobachtet die Entwicklung in allen Hildesheimer Wäldern und Grünanlagen. Im Fokus stehen besonders die historischen Naherholungsgebiete der Stadt.

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Steinberg

Der Stadtwald wurde 1862-1866 als Naherholungsgebiet aufgeforstet. Die ältesten Bäume sind etwa 150 Jahre alt und werden seit den 1990ern verstärkt gefällt.

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Berghölzchen

Historisches Waldgebiet seit dem 18. Jahrhundert. Teile stehen seit 2017 unter Schutz – ein Erfolg der Baumschutz-Initiative.

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Kehrwiederwall

Die Kanalsanierung bedrohte alte Bäume an der historischen Wallanlage. Die Initiative setzte sich für schonende Alternativen ein.

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Grünfläche am Hindenburgplatz

Erfolgreicher Widerstand gegen die Bebauung. Die Initiative hat 2023 die Patenschaft für die Grünfläche übernommen.

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Ernst-Ehrlicher-Park

Bei der Umgestaltung des Parks setzt sich die Initiative für den Erhalt von Habitatbäumen als Brut- und Niststätten ein.

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Artenvielfalt

Wälder und alte Bäume sind Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Die Initiative dokumentiert und schützt diese Vielfalt.

Erfolge und Meilensteine

Beharrliches Engagement zahlt sich aus. Die Bürgerinitiative konnte in den vergangenen Jahren einige Erfolge verbuchen.

Berghölzchen unter Schutz

2017 wurde erreicht, dass im kleinen Berghölzchen keine gesunden Bäume mehr aus wirtschaftlichen Gründen gefällt werden dürfen.

Petition erfolgreich

Über 1.200 Unterschriften für den Erhalt der Bäume am Hindenburgplatz – die Bebauungspläne wurden gestoppt.

Patenschaft übernommen

Seit 2023 betreut die Initiative die Grünfläche am Hindenburgplatz und pflegt sie ökologisch.

Chronik wichtiger Ereignisse

2008
Gründung der Bürgerinitiative als Reaktion auf zunehmende Fällungen
2017
Schutzstatus für das kleine Berghölzchen erreicht
2019
Beteiligung am offenen Brief zur Waldkrise an Ministerin Klöckner
2021
Protest gegen Baumfällungen am Kehrwiederwall
2022
Start der Kampagne „Buche bleibt" am Hindenburgplatz
2023
Übernahme der Patenschaft für die Grünfläche am Hindenburgplatz

Hildesheims Wälder

Hildesheim ist von drei Seiten von bewaldeten Hügeln umgeben. Diese waren bis Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend kahl geschlagen und dienten als Weideland. Ab 1862 begann die Stadt mit der systematischen Wiederaufforstung – der Wald sollte der Erholung der Bevölkerung dienen.

Steinberg

Der Steinberg wurde zwischen 1862 und 1866 mit Mischwald bepflanzt. Eigens für die Betreuung wurde ein Förster eingestellt, der jährlich dem Stadtrat über das Wohlergehen des Waldes berichten musste. Wanderwege, Bänke und eine Schutzhütte entstanden. Die Anfangsinvestition betrug 40.000 Mark – eine damals stattliche Summe. Heute beherbergt der Steinberg das Wildgatter und die Kupferschmiede.

Berghölzchen

Das Berghölzchen blickt auf eine noch längere Geschichte zurück. Seit dem 11. Jahrhundert gehörte es zum Mauritiusstift. Um 1770 legten Stiftsherren Wanderwege an und machten das Gebiet öffentlich zugänglich. Um 1790 entstand die erste Gaststätte. Nach der Säkularisation 1810 kaufte Domherr von Beroldingen das Gelände, um eine Abholzung zu verhindern. 1862 erwarb die Stadt Hildesheim das Gebiet.

Die Bäume im Berghölzchen haben zwei Weltkriege überlebt, die Bombardierung der Innenstadt und die Brennholznot der Nachkriegsjahre. Sie sind die ältesten Bäume der Hildesheimer Innenstadt.

Mitmachen

Die Initiative freut sich über engagierte Mitbürger, denen Bäume und Wälder am Herzen liegen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen:

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Beobachten und Melden

Markierte Bäume oder geplante Fällungen entdeckt? Die Initiative sammelt Informationen und dokumentiert.

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Petitionen unterschreiben

Bei akuten Bedrohungen startet die Initiative Petitionen – jede Unterschrift zählt.

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Bei Pflegeeinsätzen helfen

Die Grünfläche am Hindenburgplatz wird ökologisch gepflegt – Helfer für Gießen und Gärtnern gesucht.

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Informationen verbreiten

Die Arbeit der Initiative bekannt machen und Beiträge in sozialen Medien teilen.

Kontakt

📧 hildesheimer-natur[at]gmx.de

Bäume brauchen Schutz

Alte Bäume sind unersetzbar. Sie produzieren Sauerstoff, filtern Feinstaub, spenden Schatten und sind Lebensraum für unzählige Arten. Gemeinsam können wir sie schützen.

Zur Website der Initiative

Weiterführende Links